RainerKienböck's Rating of The King of Comedy

Rainer's Review of The King of Comedy

3 years ago via Rotten Tomatoes
The King of Comedy

The King of Comedy(1983)

Für mich persönlich ist Martin Scorsese eher ein Revoluzzer des Kinos als ein Garant für gute Filme. Sein Einsatz von Popmusik, Voice-over und stilisierten Kamerafahrten ist bahnbrechend, ebenso seine Kühnheit im Umgang mit Gewalt auf der Leinwand.
Als Geschichtenerzähler, finde ich ihn schwächer als so manchen seiner Kollegen. In einem Film wie The King of Comedy", üblicherweise als einer seiner zweitrangigen Filme betrachtet, werden seine Schwächen gut sichtbar.

Es fehlt ein durchgehender Ton, ein Thema, an dem wir die Taten unseres Antihelden Rupert Pupkin messen können. Pupkins Selbstglorifizierung in seinen Fantasien und die nüchterne Realität, die ihm jede Chance auf Erfolg verwehrt, funktionieren noch gut, als Kontrastmontage. Später jedoch, schwenkt der Film in Richtung Absurdität, die wiederum Pupkins Fantasiewelten authentisch wirken lassen. Somit sympathisieren wir am Ende also etwas mit Pupkin, und der Film verliert dadurch etliches an Schlagkraft.

Unsere Sympathie mit diesem gestörten Versager liegt auch zum Teil an Robert DeNiros perfekter Verkörperung Rupert Pupkins.

Neben Taxi Driver", ist The King of Comedy" seine beste schauspielerische Leistung die mir bis jetzt untergekommen ist. Er gibt Pupkin nicht nur die überzeichneten Züge eines mental instabilen Hardcore-Fans, sondern auch das Selbstbewusstsein eines echten Stars. Dies macht die letzte Szene noch effektiver und die Frage nach Traum und Realität, eine der meistgestellten der Kunst- und Filmgeschichte, abermals zum Thema der Diskussion.

Betrachtet man The King of Comedy" im Vergleich zu Scorseses anderen Werken, so sind durchaus Ähnlichkeiten, nicht nur in der Machart, zu erkennen. Mental labile Charaktere gehören zu Scorseses Trademarks und Rupert Pupkin ist ohne weiteres auf eine Stufe mit z.B. Travis Bickle zu stellen.
Die Gewalt und Energie dieser Charaktere entlädt sich allerdings auf unterschiedliche Weise. Bickle, der desillusionierte Mann ohne Träume flüchtet sich in eine Gewaltfantasie, die er auch auslebt.
Pupkin, der unbedingt seinen Traum erreichen will, und ihn bereits in seinen Fantasien auslebt, explodiert auf musisch-kreative Art und Weise und erreicht schlussendlich, wie auch Travis, was er sich vorgenommen hat.