RainerKienböck's Rating of Dr. Jekyll and Mr. Hyde

Rainer's Review of Dr. Jekyll and Mr. Hyde

4 years ago via Rotten Tomatoes
Dr. Jekyll and Mr. Hyde

Dr. Jekyll and Mr. Hyde(1931)

Und immer wieder klimpert das Klavier...

Rouben Mamoulians Version des Robert Louis Stevenson Klassikers wird wohl ewig weiterleben und diskutiert werden. In ferner Zukunft noch, wird man über die technischen Errungenschaften des Films sprechen, die selbst in Zeiten von CGI noch passabel wirken. Das Make-Up, der Schnitt und eine beeindruckende Bandbreite an Kameratricks machen Dr. Jekyll and Mr. Hyde" zu einem bekömmlichen Fest für die Augen.

Frederic March ist ebenfalls recht gut. Die Tendenz der frühen 30er Jahre zum overacting" und die letzten Überbleibsel des Schauspielstils der Stummfilmzeit, passen hier recht gut ins Gefüge, vor allem wenn der bestialische Mr. Hyde am Zug ist.
Auf jeden Fall ist es beeindruckend wie March diese völlig konträren Charaktere beide so nahtlos ineinander übergehen lässt und einem wirklich das Gefühl vermittelt hier wären zwei verschiedene Schauspieler am Werk.

Hyde an sich, ist rein visuell nicht ganz so toll gelungen wie ich finde. Er sieht wenig furchteinflößend aus, eher ziemlich beschränkt und dämlich - wie eine Mischung aus einer Ratte, einem Hund und einem Menschen. Die Niedertracht ist im zwar ins Gesicht geschrieben, die Brutalität mit der er ans Werke geht, scheint aber nie aus dem Inneren zu kommen, sondern wirkt etwas aufgesetzt.

Einmal abgesehen von der aberwitzig unwissenschaftlichen Wissenschaft hinter dem Ganzen, fand ich den Handlungsbogen nicht wirklich packend oder sehr durchdacht. Weder verstehe ich warum ein General seine Tochter nicht an einen berühmten und erfolgreichen Arzt verheiraten will, noch die Beweggründe die Jekyll dazu bringen immer wieder seinen Trank einzunehmen. Warum er sich schließlich von allein und gegen seinen Willen in Hyde verwandelt bleibt auch unerklärt - da müsste man wohl das Buch lesen.

Durch die mangelhafte Erzählweise war es auch schwer dem Film genügend Aufmerksamkeit zu schenken. Diese hätte es gebraucht um die Vielzahl an Symbolen zu entschlüsseln, die religiösen Themen zu entdecken die immer wieder im Subtext transportiert werden und zu verstehen, warum in allen wichtigen Szenen Klaviere involviert sind.