Dark: Season 3 Reviews

  • Oct 10, 2021

    Dark hat durch eine sehr gut durchdachte erste Staffel alle in den Bann gezogen: Herausragende junge Schauspieltalente, ein interessantes Skript und die mysteriöse und bedrohliche Stimmung waren sehr überzeugend und man konnte kaum erwarten, endlich die zweite Staffel ansehen zu können. Diese Erwartung wurde nicht erfüllt. Die zweite und dritte Staffel besitzen nicht mehr die Poetik der ersten und sind in Sachen Storytelling, Dialogen und Dynamik weit unterlegen. Die oft wiederholte Aussage, die Macher hätten schon in der ersten Episode gewusst, wie sich die gesamte Geschichte entfalten würde, halte ich für fragwürdig. Dafür ist die Geschichte zu wenig verwoben und oftmals willkürlich. Kurz: Vor allem die letzte Staffel haben mir Dark völlig zerstört, sodass ich mich sofort nach dem Abspann der letzten Folge an den Schreibtisch gesetzt habe, um genau zu erkunden, was mich persönlich an Dark so sehr gestört hat und warum die Serie letztendlich unbefriedigend ist. Wie die meisten Reviews ist auch diese nur so gespickt mit Spoilern und ich rate jedem, der noch vor hat, sich Dark anzusehen, an dieser Stelle abzubrechen und erst die Serie fertig zu schauen - vielleicht kommt ihr danach ja hierher zurück und stimmt mir in einigen Dingen zu. Wenn nicht, bin ich offen für Feedback und Diskussionen aller Art. Noch eine letzte Warnung sei ausgesprochen: Im Laufe des Textes habe ich mich zu einer freieren und weniger eleganten Sprache hinreißen lassen - man sehe das als Ausdruck meiner Enttäuschung. Bitte nehmt mir das nicht übel. Und nun weiter zu meinem Problem mit Dark: I: Die „Wissenschaft" Das ist ein vergleichsweise kleines Vergehen - und ein im Film weit verbreitetes noch dazu. Wieso muss versucht werden, mit schwammigen Begriffen aus der Wissenschaft, wichtige Plotpunkte zu untermauern? Warum ist das Portal aus „dunkler Materie" und dem „Higgsfeld", obwohl diese absolut nichts mit Zeitreisen zu tun haben? Warum etwa redet Eva von „Quantenverschränkung", wenn es um zwei Schicksale geht, die an einem gemeinsamen Knotenpunkt verbunden sind? Kurz, wieso braucht Dark Begriffe aus der Wissenschaft, um unrealistische Erfindungen zu legitimieren? Es gibt doch im Grunde genommen zwei Möglichkeiten, Science fiction zu schreiben: Man kann versuchen, noch nicht vollends verstandene Effekte der Physik zu nutzen, um (noch) nicht mögliche Dinge möglich zu machen - wie etwa die Zeitreise oder Paralleluniversen. Oder, man lehnt sich nicht an die Wissenschaft, und erfindet etwas komplett neues. Dark nimmt einen Mittelweg: Es verwendet willkürliche Begriffe aus der Physik, wie etwa Quantenverschränkung und Higgsfeld, die eine klare Definition besitzen und durchaus gut verstanden sind - um ebenso willkürliche Dinge zu vollführen. Wieso?! Jeder, der wissenschaftlich etwas versiert ist wird sagen: Das ist extrem unbefriedigend. II: Der Plot Dark löst seine eigenen Probleme durch neue Probleme. Anstatt eine Geschichte Stück für Stück aufzubauen, um sie am Ende durch den letzten Baustein zu vervollständigen, ist der letzte Baustein meistens in Wirklichkeit der erste Baustein einer komplett neuen, um ein Vielfaches größeren Story. Wie meine ich das? In der ersten Staffel von Dark geht es um ungelöste Verbrechen an mehreren Kindern im Wald: Zwei Jungen wird seit einigen Tagen vermisst und Winden durchsucht den Wald nach Hinweisen, bis einer der beiden Jungen tot aufgefunden wird. Was ist ihm passiert, und wo ist der andere Junge? Dark beantwortet diese Fragen nicht komplett. Stattdessen wendet sich die Serie einem komplett neuen Thema zu: der Zeitreise. Dabei werden die anfänglichen Fragen vollkommend vergessen, oder zumindest unwichtig gemacht. Dieser rote Faden (Pun intended) zieht sich durch alle drei Staffeln: Am Ende der ersten Staffel wird es langsam sehr verstrickt, denn es gibt mittlerweile schon drei Zeitebenen mit vielen verschiedenen Charakteren. Doch der Bösewicht scheint nun endlich gefunden zu sein: Noah. Es scheint, als würden wir uns langsam auf den Grund der Tatsachen zubewegen, bis in letzter Sekunde ein völlig neues Fass aufgemacht wird: Plötzlich sind wir in der Zukunft und es gibt jetzt Adam. Wir brauchen uns nicht mehr um Noah zu kümmern, da Adam jetzt unser großes Problem ist. Nichts im gesamten Laufe der ersten Staffel hat je auf die Existenz Adams hingewiesen, bis der Dude einfach da war. Am Ende der zweiten Staffel wieder das gleiche Muster: Wir haben nun akzeptiert, dass Adam in Wirklichkeit die (noch) ältere Version von Jonas ist und wollen endlich verstehen, wie das passieren konnte bis in letzter Sekunde ein neuer „Plottwist" um die Ecke kommt: Es gab die ganze Zeit zwei Welten, die nichts miteinander zu tun hatten aber irgendwie nötig sind, um die Geschichte in Dark zu lösen. Wieder ein großer Bissen zu schlucken! Und kaum haben wir im Laufe der dritten Staffel auch diese neue Information mehr oder weniger erfolgreich verdaut, prompt kommt das nächste Riesending um die Ecke: Fucking drei Welten gibt es, nicht zwei. Diese ständigen abrupten Veränderungen der Tatsachen der Serie machen sie zu einem willkürlichen Wirrwarr. Ein guter Plottwist funktioniert nur dann, wenn das Publikum das Gefühl hat, den Twist vorausgesehen haben zu können, hätten sie nur besser aufgepasst. Nehmen wir ein Beispiel für einen perfekt ausgeführten Plottwists: Fight Club. Der gesamte Film strotzt nur so von Hinweisen darauf, dass die beiden Hauptpersonen in Wirklichkeit ein und dieselbe Person sind - nur am Ende verstehen wir es erst. Das tolle am Twist ist genau, dass wir es hätten wissen können! Was in Dark hätte uns darauf hinweisen können, dass es zwei Paralleluniversen gibt? NICHTS! Genau das ist der Fehler. So kann jedes Problem dadurch gelöst werden, dass wir einfach einen neuen Twist dazu erfinden. Letztendlich wird nie erklärt, warum Helge und Noah die Kinder ermorden, außer, dass Adam es so will. Das ist extrem unbefriedigend. III: Das Ende Das Ende von Dark ist ein totaler Reinfall. Das Problem ist in Teil zwei schon beschrieben, nur dass es am Ende der Serie nochmal potenziert wurde, sodass ich es in einem eigenen Paragrafen anspreche. Zur Erinnerung: Es stellt sich am Ende der dritten Staffel heraus, dass es der Uhrmacher Tannhaus war, der die Parallelwelten und die Zeitreise erfunden hat. Es hat das getan, um den Tod seines Enkelkinds, seines Sohnes und dessen Frau zu verhindern. Diese sterben bei einem Autounfall auf einer Brücke oder so. Er ist davon so zerstört, dass er sein ganzes Leben damit verbringt, eine Welt zu erschaffen, in der sie nicht gestorben sind. Das klappt leider nicht, und stattdessen kreiert der Uhrmacher zwei Parallelwelten, die aus anderen Gründen 60 Jahre später beide untergehen werden. Gut. Das Problem ist nur, dass wir erst 3 Folgen vor Schluss erfahren, dass der alte Uhrmacher überhaupt einen Sohn hatte, der gestorben ist, und erst in der letzten Folge, dass er die Welten erschaffen hat. Wieder lösen wir das Problem durch eine willkürliche neue Tatsache, die aus dem Nichts kommt und die wir auch nie hätten ahnen können. So viel hatte ich in Teil zwei schon durchgenommen. Das Ende zieht aber noch ein weiteres Problem mit sich: Letztendlich wird keins der Probleme tatsächlich gelöst. Sie werden nur gelöscht. Dark hat keine clevere Lösung auf das über zwei Staffeln hinweg erwachsene Dilemma, ob Schicksal existiert, ob Jonas seine Welt vor der bevorstehenden Apokalypse retten kann und niemals zu Adam wird. Die „Lösung" ist die Auslöschung des Problems selber. Er verhindert nicht die Apokalypse, er löscht die gesamte Welt aus, die die Apokalypse erst produzieren wird. Es ist wie ein Quicksave in einem Computerspiel: Anstatt die Probleme zu lösen, in die man sich selber eingegraben hat, lädt man einfach den letzten Quicksave und fängt einfach von neuem an. Das ist extrem unbefriedigend. IV: Unrealistische Menschen Ein weiteres Problem von Dark sind die Charaktere selber. Oft wird nicht genug motiviert, wieso sie tun was sie tun, und manchmal ist es sogar komplett unrealistisch. Ein Beispiel: Wieso tun sich Charlotte und Elisabeth zusammen, um der etwas jüngeren Elisabeth ihr Kind zu stehlen? Diese winzige Tat verändert den gesamten Lauf der Geschichte, denn es ist letztendlich genau die Suche nach seiner verlorenen Tochter, die Noah dazu bringt, in der Zeit zurückzureisen und Sic Mundus Creatus Est beizutreten. Dark motiviert nicht, wieso Charlotte und Elisabeth das tun. Die einzige Erklärung kann sein, dass Adam sie einfach geschickt hat, genau das zu tun, damit Noah in die Vergangenheit, aber selbst das ist keine befriedigende Erklärung. Gleiches gilt für die Entscheidung von Hanna im Jahre 2021, Adam zu besuchen. Sie hat keinen Sinn, außer den, einen weiteren Plottwist einzuführen: Ihre und Egon Tiedemanns Tochter ist genau Bartosz spätere Frau. WTF. Wieso? Diese ganze Dynamik trägt nichts zur Story bei und ist demnach nur oberflächlich eingefädelt, ohne eine ausreichende Motivation zu bekommen. Komisch ist auch die Beziehung zwischen Jonas und der Parallelwelt-Martha. In der letzten Szene der Serie, in der alle offenen Enden geschlossen werden sollen und die Beziehung zwischen Jonas und Martha endlich wiederhergestellt sein soll, gibt es störendes Detail: Martha kennt Jonas seit so drei Tagen. In ihrer Welt gibt es keinen Jonas und der Dude ist einfach so eines Tages mal reingeplatzt und hat einfach gemeint, sie kennen sich schon seit der Kindheit. Fucking creepy und extrem unbefriedigend. V: McGuffins Dark ist voll von ihnen: Objekte, die keinen Zweck haben, außer die Geschichte voran zu bringen. Sie werden nicht erklärt und sind einfach eine faule Lösung für ein faules Drehbuch. Ein Beispiel dafür sind diese verdammten Drehäpfeln, mit denen man die Welten und Zeiten switchen kann. Wer hat sie erfunden?? Wieso erfahren wir davon erst in der dritten Staffel und wieso müssen wir immer noch jedes Mal ein riesiges Portal mit Blitzen und Hazmat-Anzügen eröffnen, wenn man einfach einen dieser Drehäpfel auf den Boden schmeißen kann? Der Drehapfel ist nicht das einzige Beispiel für einen McGuffin in Dark aber er fasst ganz gut zusammen, was das Problem mit Dark ist: Faules Storytelling.

    Dark hat durch eine sehr gut durchdachte erste Staffel alle in den Bann gezogen: Herausragende junge Schauspieltalente, ein interessantes Skript und die mysteriöse und bedrohliche Stimmung waren sehr überzeugend und man konnte kaum erwarten, endlich die zweite Staffel ansehen zu können. Diese Erwartung wurde nicht erfüllt. Die zweite und dritte Staffel besitzen nicht mehr die Poetik der ersten und sind in Sachen Storytelling, Dialogen und Dynamik weit unterlegen. Die oft wiederholte Aussage, die Macher hätten schon in der ersten Episode gewusst, wie sich die gesamte Geschichte entfalten würde, halte ich für fragwürdig. Dafür ist die Geschichte zu wenig verwoben und oftmals willkürlich. Kurz: Vor allem die letzte Staffel haben mir Dark völlig zerstört, sodass ich mich sofort nach dem Abspann der letzten Folge an den Schreibtisch gesetzt habe, um genau zu erkunden, was mich persönlich an Dark so sehr gestört hat und warum die Serie letztendlich unbefriedigend ist. Wie die meisten Reviews ist auch diese nur so gespickt mit Spoilern und ich rate jedem, der noch vor hat, sich Dark anzusehen, an dieser Stelle abzubrechen und erst die Serie fertig zu schauen - vielleicht kommt ihr danach ja hierher zurück und stimmt mir in einigen Dingen zu. Wenn nicht, bin ich offen für Feedback und Diskussionen aller Art. Noch eine letzte Warnung sei ausgesprochen: Im Laufe des Textes habe ich mich zu einer freieren und weniger eleganten Sprache hinreißen lassen - man sehe das als Ausdruck meiner Enttäuschung. Bitte nehmt mir das nicht übel. Und nun weiter zu meinem Problem mit Dark: I: Die „Wissenschaft" Das ist ein vergleichsweise kleines Vergehen - und ein im Film weit verbreitetes noch dazu. Wieso muss versucht werden, mit schwammigen Begriffen aus der Wissenschaft, wichtige Plotpunkte zu untermauern? Warum ist das Portal aus „dunkler Materie" und dem „Higgsfeld", obwohl diese absolut nichts mit Zeitreisen zu tun haben? Warum etwa redet Eva von „Quantenverschränkung", wenn es um zwei Schicksale geht, die an einem gemeinsamen Knotenpunkt verbunden sind? Kurz, wieso braucht Dark Begriffe aus der Wissenschaft, um unrealistische Erfindungen zu legitimieren? Es gibt doch im Grunde genommen zwei Möglichkeiten, Science fiction zu schreiben: Man kann versuchen, noch nicht vollends verstandene Effekte der Physik zu nutzen, um (noch) nicht mögliche Dinge möglich zu machen - wie etwa die Zeitreise oder Paralleluniversen. Oder, man lehnt sich nicht an die Wissenschaft, und erfindet etwas komplett neues. Dark nimmt einen Mittelweg: Es verwendet willkürliche Begriffe aus der Physik, wie etwa Quantenverschränkung und Higgsfeld, die eine klare Definition besitzen und durchaus gut verstanden sind - um ebenso willkürliche Dinge zu vollführen. Wieso?! Jeder, der wissenschaftlich etwas versiert ist wird sagen: Das ist extrem unbefriedigend. II: Der Plot Dark löst seine eigenen Probleme durch neue Probleme. Anstatt eine Geschichte Stück für Stück aufzubauen, um sie am Ende durch den letzten Baustein zu vervollständigen, ist der letzte Baustein meistens in Wirklichkeit der erste Baustein einer komplett neuen, um ein Vielfaches größeren Story. Wie meine ich das? In der ersten Staffel von Dark geht es um ungelöste Verbrechen an mehreren Kindern im Wald: Zwei Jungen wird seit einigen Tagen vermisst und Winden durchsucht den Wald nach Hinweisen, bis einer der beiden Jungen tot aufgefunden wird. Was ist ihm passiert, und wo ist der andere Junge? Dark beantwortet diese Fragen nicht komplett. Stattdessen wendet sich die Serie einem komplett neuen Thema zu: der Zeitreise. Dabei werden die anfänglichen Fragen vollkommend vergessen, oder zumindest unwichtig gemacht. Dieser rote Faden (Pun intended) zieht sich durch alle drei Staffeln: Am Ende der ersten Staffel wird es langsam sehr verstrickt, denn es gibt mittlerweile schon drei Zeitebenen mit vielen verschiedenen Charakteren. Doch der Bösewicht scheint nun endlich gefunden zu sein: Noah. Es scheint, als würden wir uns langsam auf den Grund der Tatsachen zubewegen, bis in letzter Sekunde ein völlig neues Fass aufgemacht wird: Plötzlich sind wir in der Zukunft und es gibt jetzt Adam. Wir brauchen uns nicht mehr um Noah zu kümmern, da Adam jetzt unser großes Problem ist. Nichts im gesamten Laufe der ersten Staffel hat je auf die Existenz Adams hingewiesen, bis der Dude einfach da war. Am Ende der zweiten Staffel wieder das gleiche Muster: Wir haben nun akzeptiert, dass Adam in Wirklichkeit die (noch) ältere Version von Jonas ist und wollen endlich verstehen, wie das passieren konnte bis in letzter Sekunde ein neuer „Plottwist" um die Ecke kommt: Es gab die ganze Zeit zwei Welten, die nichts miteinander zu tun hatten aber irgendwie nötig sind, um die Geschichte in Dark zu lösen. Wieder ein großer Bissen zu schlucken! Und kaum haben wir im Laufe der dritten Staffel auch diese neue Information mehr oder weniger erfolgreich verdaut, prompt kommt das nächste Riesending um die Ecke: Fucking drei Welten gibt es, nicht zwei. Diese ständigen abrupten Veränderungen der Tatsachen der Serie machen sie zu einem willkürlichen Wirrwarr. Ein guter Plottwist funktioniert nur dann, wenn das Publikum das Gefühl hat, den Twist vorausgesehen haben zu können, hätten sie nur besser aufgepasst. Nehmen wir ein Beispiel für einen perfekt ausgeführten Plottwists: Fight Club. Der gesamte Film strotzt nur so von Hinweisen darauf, dass die beiden Hauptpersonen in Wirklichkeit ein und dieselbe Person sind - nur am Ende verstehen wir es erst. Das tolle am Twist ist genau, dass wir es hätten wissen können! Was in Dark hätte uns darauf hinweisen können, dass es zwei Paralleluniversen gibt? NICHTS! Genau das ist der Fehler. So kann jedes Problem dadurch gelöst werden, dass wir einfach einen neuen Twist dazu erfinden. Letztendlich wird nie erklärt, warum Helge und Noah die Kinder ermorden, außer, dass Adam es so will. Das ist extrem unbefriedigend. III: Das Ende Das Ende von Dark ist ein totaler Reinfall. Das Problem ist in Teil zwei schon beschrieben, nur dass es am Ende der Serie nochmal potenziert wurde, sodass ich es in einem eigenen Paragrafen anspreche. Zur Erinnerung: Es stellt sich am Ende der dritten Staffel heraus, dass es der Uhrmacher Tannhaus war, der die Parallelwelten und die Zeitreise erfunden hat. Es hat das getan, um den Tod seines Enkelkinds, seines Sohnes und dessen Frau zu verhindern. Diese sterben bei einem Autounfall auf einer Brücke oder so. Er ist davon so zerstört, dass er sein ganzes Leben damit verbringt, eine Welt zu erschaffen, in der sie nicht gestorben sind. Das klappt leider nicht, und stattdessen kreiert der Uhrmacher zwei Parallelwelten, die aus anderen Gründen 60 Jahre später beide untergehen werden. Gut. Das Problem ist nur, dass wir erst 3 Folgen vor Schluss erfahren, dass der alte Uhrmacher überhaupt einen Sohn hatte, der gestorben ist, und erst in der letzten Folge, dass er die Welten erschaffen hat. Wieder lösen wir das Problem durch eine willkürliche neue Tatsache, die aus dem Nichts kommt und die wir auch nie hätten ahnen können. So viel hatte ich in Teil zwei schon durchgenommen. Das Ende zieht aber noch ein weiteres Problem mit sich: Letztendlich wird keins der Probleme tatsächlich gelöst. Sie werden nur gelöscht. Dark hat keine clevere Lösung auf das über zwei Staffeln hinweg erwachsene Dilemma, ob Schicksal existiert, ob Jonas seine Welt vor der bevorstehenden Apokalypse retten kann und niemals zu Adam wird. Die „Lösung" ist die Auslöschung des Problems selber. Er verhindert nicht die Apokalypse, er löscht die gesamte Welt aus, die die Apokalypse erst produzieren wird. Es ist wie ein Quicksave in einem Computerspiel: Anstatt die Probleme zu lösen, in die man sich selber eingegraben hat, lädt man einfach den letzten Quicksave und fängt einfach von neuem an. Das ist extrem unbefriedigend. IV: Unrealistische Menschen Ein weiteres Problem von Dark sind die Charaktere selber. Oft wird nicht genug motiviert, wieso sie tun was sie tun, und manchmal ist es sogar komplett unrealistisch. Ein Beispiel: Wieso tun sich Charlotte und Elisabeth zusammen, um der etwas jüngeren Elisabeth ihr Kind zu stehlen? Diese winzige Tat verändert den gesamten Lauf der Geschichte, denn es ist letztendlich genau die Suche nach seiner verlorenen Tochter, die Noah dazu bringt, in der Zeit zurückzureisen und Sic Mundus Creatus Est beizutreten. Dark motiviert nicht, wieso Charlotte und Elisabeth das tun. Die einzige Erklärung kann sein, dass Adam sie einfach geschickt hat, genau das zu tun, damit Noah in die Vergangenheit, aber selbst das ist keine befriedigende Erklärung. Gleiches gilt für die Entscheidung von Hanna im Jahre 2021, Adam zu besuchen. Sie hat keinen Sinn, außer den, einen weiteren Plottwist einzuführen: Ihre und Egon Tiedemanns Tochter ist genau Bartosz spätere Frau. WTF. Wieso? Diese ganze Dynamik trägt nichts zur Story bei und ist demnach nur oberflächlich eingefädelt, ohne eine ausreichende Motivation zu bekommen. Komisch ist auch die Beziehung zwischen Jonas und der Parallelwelt-Martha. In der letzten Szene der Serie, in der alle offenen Enden geschlossen werden sollen und die Beziehung zwischen Jonas und Martha endlich wiederhergestellt sein soll, gibt es störendes Detail: Martha kennt Jonas seit so drei Tagen. In ihrer Welt gibt es keinen Jonas und der Dude ist einfach so eines Tages mal reingeplatzt und hat einfach gemeint, sie kennen sich schon seit der Kindheit. Fucking creepy und extrem unbefriedigend. V: McGuffins Dark ist voll von ihnen: Objekte, die keinen Zweck haben, außer die Geschichte voran zu bringen. Sie werden nicht erklärt und sind einfach eine faule Lösung für ein faules Drehbuch. Ein Beispiel dafür sind diese verdammten Drehäpfeln, mit denen man die Welten und Zeiten switchen kann. Wer hat sie erfunden?? Wieso erfahren wir davon erst in der dritten Staffel und wieso müssen wir immer noch jedes Mal ein riesiges Portal mit Blitzen und Hazmat-Anzügen eröffnen, wenn man einfach einen dieser Drehäpfel auf den Boden schmeißen kann? Der Drehapfel ist nicht das einzige Beispiel für einen McGuffin in Dark aber er fasst ganz gut zusammen, was das Problem mit Dark ist: Faules Storytelling.

  • Oct 06, 2021

    Dark manages to wrap the story in a very good final season. One of the best shows ever. A true gem.

    Dark manages to wrap the story in a very good final season. One of the best shows ever. A true gem.

  • Sep 27, 2021

    (Spoilers below.) What creators of „Dark" truly achieved and excelled in is, in my opinion, creating an honest-to-goodness non-linear time-bending story that can be approached from multiple directions and generally makes sense. The third season, flawed as it is, is a prove of this. With a single (penultimate) episode they made reasonable explanations for the chronology of Jonas's, Claudia's and Noah's lives and their motivations, which were the most puzzling elements of the overall narration to me, so it was beautiful to behold. The twist with the alternative universe(s?) was lame when they introduced it in the ending of season two and remained lame throughout the final season, even though it gave us some interesting insights to the life of Marta(s?). The ending was quite disappointing, too, although it took an interesting stance on the nature of time travel – that whenever it will be discovered that very discovery will inevitably lead to its own undoing. But even tough it ended on a kind of cliche, this journey was worth taking for its unusual approach to non-linear storytelling in a very linear medium of TV.

    (Spoilers below.) What creators of „Dark" truly achieved and excelled in is, in my opinion, creating an honest-to-goodness non-linear time-bending story that can be approached from multiple directions and generally makes sense. The third season, flawed as it is, is a prove of this. With a single (penultimate) episode they made reasonable explanations for the chronology of Jonas's, Claudia's and Noah's lives and their motivations, which were the most puzzling elements of the overall narration to me, so it was beautiful to behold. The twist with the alternative universe(s?) was lame when they introduced it in the ending of season two and remained lame throughout the final season, even though it gave us some interesting insights to the life of Marta(s?). The ending was quite disappointing, too, although it took an interesting stance on the nature of time travel – that whenever it will be discovered that very discovery will inevitably lead to its own undoing. But even tough it ended on a kind of cliche, this journey was worth taking for its unusual approach to non-linear storytelling in a very linear medium of TV.

  • Aug 15, 2021

    The final season that concludes everything. I find it quite hard to follow, maybe have to re-watch, but the finale is good.

    The final season that concludes everything. I find it quite hard to follow, maybe have to re-watch, but the finale is good.

  • Aug 14, 2021

    The perfect ending. Or, the perfect beggining.

    The perfect ending. Or, the perfect beggining.

  • Aug 13, 2021

    The series begins great, with an interesting storyline and, above all, fantastic photography. The first season makes you hunger for more, though the story's very complex. We get to know many different people of a village, their parents, grandparents and even great grandparents, not just in our time but in various points in the past and future. Therefore it quickly becomes very demanding and you need to focus if you don't want to lose track about who's who and who means what to someone else. The second season, however initiates a decline from the first, with more points in time and people being added for no particular reason and the series becomes somewhat long-winded, with the same phrases always being repeated, such as: "The beginning is the end and the end is the beginning". In the third season eventually the long-windedness reaches an apex. Dialogs repeat themselves endlessly at a frustratingly slow pace. The author uses very expensive terminologies about physics and quantum physics but it is obvious that she doesn't understand anything about it. As if the series isn't already complicated enough, the author introduces a second, parallel world where everything's the same as in the first but not just quite. Trying to keep track in which world you are, with who is who in that world, in which time, becomes almost impossible. If that still isn't enough, several people from several points in time and from both worlds travel over and back, even meet their other selves (both old and young) and mislead or even kill each other. Then, at the end, there's also a third world. People get killed but for some reason still continue to exist. Events that happened suddenly haven't. Some reviewers argue that the author was genius in creating so many characters and elements which in the end all come together, but this isn't true IMHO. The story, as also others have commented, is so full of holes and contradictions that it almost becomes laughable. What aggravated me most of all was the lack of creativity of the author who keeps repeating the same plots over and over, e.g. someone is about to undertake something, then someone else suddenly appears who says: "Stop, they've lied to you! Follow me because I know how to fix it!". Over and over again. Eventually I gave up watching the very last episode because I got too frustrated watching it. Some people may say they liked it, but this is one of the worst series I've ever seen, personally. Shame, because the idea was so full of promise. Pity that they ruined everything towards the end.

    The series begins great, with an interesting storyline and, above all, fantastic photography. The first season makes you hunger for more, though the story's very complex. We get to know many different people of a village, their parents, grandparents and even great grandparents, not just in our time but in various points in the past and future. Therefore it quickly becomes very demanding and you need to focus if you don't want to lose track about who's who and who means what to someone else. The second season, however initiates a decline from the first, with more points in time and people being added for no particular reason and the series becomes somewhat long-winded, with the same phrases always being repeated, such as: "The beginning is the end and the end is the beginning". In the third season eventually the long-windedness reaches an apex. Dialogs repeat themselves endlessly at a frustratingly slow pace. The author uses very expensive terminologies about physics and quantum physics but it is obvious that she doesn't understand anything about it. As if the series isn't already complicated enough, the author introduces a second, parallel world where everything's the same as in the first but not just quite. Trying to keep track in which world you are, with who is who in that world, in which time, becomes almost impossible. If that still isn't enough, several people from several points in time and from both worlds travel over and back, even meet their other selves (both old and young) and mislead or even kill each other. Then, at the end, there's also a third world. People get killed but for some reason still continue to exist. Events that happened suddenly haven't. Some reviewers argue that the author was genius in creating so many characters and elements which in the end all come together, but this isn't true IMHO. The story, as also others have commented, is so full of holes and contradictions that it almost becomes laughable. What aggravated me most of all was the lack of creativity of the author who keeps repeating the same plots over and over, e.g. someone is about to undertake something, then someone else suddenly appears who says: "Stop, they've lied to you! Follow me because I know how to fix it!". Over and over again. Eventually I gave up watching the very last episode because I got too frustrated watching it. Some people may say they liked it, but this is one of the worst series I've ever seen, personally. Shame, because the idea was so full of promise. Pity that they ruined everything towards the end.

  • Aug 04, 2021

    The perfect ending. The way such a complex storyline with dozens of characters, twists, paradoxes and mindbending all comes together is nothing short of incredible.

    The perfect ending. The way such a complex storyline with dozens of characters, twists, paradoxes and mindbending all comes together is nothing short of incredible.

  • Jul 26, 2021

    A show doesn't get more perfect. Must watch.

    A show doesn't get more perfect. Must watch.

  • Jul 26, 2021

    Fantastic series! Unconventional ending makes this TV show one of the best.

    Fantastic series! Unconventional ending makes this TV show one of the best.

  • Jul 24, 2021

    Nice tie up of a very intricate story web. Very complicated, but overall satisfying series that is worth the watch.

    Nice tie up of a very intricate story web. Very complicated, but overall satisfying series that is worth the watch.